Betriebsleiter in der Glasverarbeitung und Calciumcarbonat-Herstellung stehen regelmäßig vor einem schwierigen Kompromiss: die Produktion für manuelle Bestandsaufnahmen zu stoppen oder sich auf ungenaue Schätzungen zu verlassen. In Kalzitpulversilos führen dichte Staubwolken dazu, dass Standardsensoren instabile Messwerte liefern. Unregelmäßige, unebene Glasbruchschüttungen machen Einzelpunktsensoren wiederum blind für das tatsächliche Materialvolumen.
Um diese täglichen betrieblichen Lücken zu schließen, nutzt der Rettar 3DPro2300 Easy Radar-Scanner eine Mehrpunkt-FMCW-Radarabtastung, um eine reale Oberflächenmodellierung zu erfassen und automatisierte 3D-Bestandsberechnungen bereitzustellen.
Bestandserfassung in Calciumcarbonat-Pulversilos
Die Calciumcarbonat-Produktion erzeugt bei der Befüllung und Handhabung starken Staub. Je nach Installationsbedingungen und Sensortyp beeinträchtigt Staub die Messleistung erheblich. Zudem verfälschen Materialanbackungen an den Silowänden die Volumenberechnung, sodass einfache Instrumente das tatsächliche Innenprofil kaum erfassen können. Manuelle Inspektionen setzen das Personal zudem Staubbelastungen und Sicherheitsrisiken in geschlossenen oder hochgelegenen Lagerbereichen aus, während Produktionsstopps zu finanziellen Verlusten führen.
Bestandserfassung in Glasbruchlagern
Glasbruch bildet komplexe Schüttungen mit unterschiedlichen Höhen, steilen Böschungen und punktuellen Vertiefungen. Standard-Füllstandstransmitter liefern nur punktuelle Oberflächenmesswerte, die unebene Konturen über große Lagerflächen hinweg naturgemäß nicht erfassen. Stark reflektierende Glasscherben und unvorhersehbare Schüttgeometrien verstärken diese Probleme. Infolgedessen führen unzuverlässige Bestandsdaten häufig zu unnötigen Rohstoffeinkäufen, unerwarteten Engpässen und Unterbrechungen der Produktionsplanung.
Funktionsweise des Rettar 3DPro2300 Easy
Der Rettar 3DPro2300 Easy kombiniert Hochfrequenz-Radar-Hardware, KI-gestützte 3D-Modellierung und robuste industrielle Konnektivität zu einer Gesamtlösung für anspruchsvolle Lagerumgebungen.
- Mehrwinkel-Radarabtastung:
Unter Verwendung eines 80-GHz-FMCW-Radars (Frequency-Modulated Continuous-Wave) in Kombination mit einem omnidirektionalen Servomechanismus (360° horizontale Rotation und ±90° Neigungswinkel) erfasst das System bis zu 8.000 Raumkoordinatenmessungen pro Erfassungszyklus. Dieser Mehrwinkelansatz erfasst detaillierte Daten von unregelmäßigen Oberflächen, die von Einzelpunktsensoren nicht erfasst werden. - 3D-Modellierung und Volumenberechnung:
Die erfassten Punktwolkendaten werden über fortschrittliche Konvertierungsalgorithmen und Verfahren des maschinellen Lernens verarbeitet, um ein präzises dreidimensionales Modell des gelagerten Materials zu erstellen. Das System berechnet schnell Schlüsselparameter – einschließlich maximaler, minimaler und durchschnittlicher Füllstände, Gesamtvolumen und geschätzter Masse (wenn Schüttdichtedaten vorliegen) – und schließt einen vollständigen Siloscan in nur 10 Sekunden ab. - Flexible Einsatzmöglichkeiten und Systemintegration:
Das Gerät kann in kleineren Silos eigenständig betrieben oder in Konfigurationen mit mehreren Geräten und Punktwolken-Zusammenführung (Point-Cloud Stitching) für größere Lagerbereiche eingesetzt werden. Es unterstützt Ethernet-, Glasfaser- und 4G/5G-Kommunikation und ermöglicht so eine nahtlose Integration in ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning), MES (Manufacturing Execution Systems) und WMS (Warehouse Management Systems).
Vorteile und Nutzen im Schüttguthandling
Der 3DPro2300 Easy bietet erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Messmethoden:
- Staubtoleranz:
Die Radartechnologie kann unter bestimmten Bedingungen eine bis zu 1 cm dicke Staubschicht durchdringen und behält in staubigen Pulverumgebungen eine stabile Leistung bei. - Hochauflösende Oberflächenkartierung:
Die Mehrwinkelabtastung erreicht eine Einzelpunkt-Messgenauigkeit von ±2 mm und einen Volumenfehlerbereich von ±0,5 % bis ±2 % des Endwerts. - Kompaktes und zuverlässiges Design:
Mit einem Gewicht von nur 6,5 kg und einer erforderlichen Silodachöffnung von 190 mm ist das Gerät für eine einfache Nachrüstung ausgelegt. Funktionen wie integrierte Gyroskope zur Installationskorrektur, redundante Strom- und Kommunikationsversorgung sowie Temperaturschutzmechanismen gewährleisten einen robusten Industriebetrieb.
Die Einführung einer automatisierten 3D-Oberflächenabtastung löst die langjährigen Probleme bei der Füllstandserfassung von Kalzit und Glasbruch – riskante manuelle Bestandsaufnahmen und Produktionsabschaltungen werden überflüssig. Durch den Ersatz manueller Schätzungen durch kontinuierliches Punktwolken-Scanning bietet die 3D-Radartechnologie von Rettar eine Echtzeit-Übersicht über komplexe Materialböschungen. Dies hilft Anlagenbetreibern, die Bestandskontrolle zu stabilisieren und die täglichen Abläufe in der Schüttgutlagerung zu optimieren.