Rettar 3DPro2300: 3D-Radar für Silo-Audits im Sommer
Sommerhitze lässt Schüttgüter an Silowänden anbacken und verfälscht die Inventur. Rettar erfasst die Oberfläche berührungslos mit dem 80-GHz-Radarscanner 3DPro2300, mit 16.200 Messpunkten je Umlauf, ATEX- und IECEx-zertifiziert.
Steigende Temperaturen stellen Anlagen der Schüttgutverarbeitung im Sommer vor erhebliche Probleme. In Getreidesilos der Landwirtschaft und in Kohlelagern der Industrie erhöhen große Hitze und feiner Staub in der Luft den Wärmestau und die Gefahr elektrostatischer Entzündung. Wer die strengen sommerlichen Sicherheitsprüfungen bestehen will, braucht eine genaue und fortlaufende Überwachung, ohne Personal in den Gefahrenbereich zu schicken. Der 80-GHz-Radarscanner 3DPro2300 vermisst die Oberfläche des Schüttguts dreidimensional und liefert damit Bestandsdaten und Sicherheit, ohne dass jemand auf das Silodach steigen muss.
Verborgene Gefahren bei großer Sommerhitze
Heiße Tage verändern das Verhalten von Schüttgütern im Silo. Die Sonne heizt die Stahldächer auf, Wärme und Feuchtigkeit stauen sich im geschlossenen Raum. Unter diesen Bedingungen haften trockenes Getreide, Stärke und Kohlenstaub an den glatten Silowänden. Aus diesen Anhaftungen entstehen Brücken, Hohlräume und dicke Krusten, die von außen niemand sieht.
Herkömmliche Füllstandmessgeräte erfassen die Höhe entlang eines einzelnen Strahls. Das liefert schnell einen Grundwert, übersieht aber schiefe Schüttkegel und Wandanhaftungen. Liegt das Material ungleichmäßig, ergeben sich falsche Gesamtvolumen, und die Bestandsführung wird in der arbeitsreichen Sommerzeit unzuverlässig. Wer stattdessen Personal zur Handmessung auf das heiße Silodach schickt, nimmt Absturz- und Staubexplosionsgefahr in Kauf.
Rettar 3DPro2300: ausgelegt auf Hitze und hohe Staublast
Damit die Messung auch unter direkter Sonne genau bleibt, wird der Radarscanner 3DPro2300 auf dem Silodach montiert. Das Gerät arbeitet bei Außentemperaturen bis 60 °C ohne Einbußen an Geschwindigkeit oder Datenqualität. Mit TÜV-zertifizierter ATEX- und IECEx-Zulassung für staubexplosionsgefährdete Bereiche und der Schutzart IP68 unterstützt der Scanner die Anlage bei den strengen Auflagen der Sommerprüfungen.
Der Scanner arbeitet berührungslos mit einem 80-GHz-Radarstrahl und einem engen Öffnungswinkel von 1,5°. Je Umlauf über 360° nimmt er 16.200 Messpunkte auf. Diese dichte Abtastung durchdringt hohe Staubkonzentrationen, ohne an Signalstärke zu verlieren. Aus den Punkten entsteht in Echtzeit eine dreidimensionale Volumenrekonstruktion mit einer Genauigkeit von ±0,5 % bis ±2 % vom Endwert, auch bei unruhiger Materialoberfläche.
Einfache Montage, ohne die Statik zu schwächen
Schwere Messtechnik auf älteren oder hoch belasteten Silodächern bringt mechanische Fragen mit sich. Große Ausschnitte schwächen die Tragfähigkeit und erhöhen bei Sommergewittern das Risiko, dass Wasser eindringt. Der 3DPro2300 braucht dafür nur eine Montageöffnung von 190 mm für einen Standardflansch. Diese kleine Öffnung erhält die Festigkeit des Dachs und verkürzt die Stillstandszeit beim Einbau deutlich.
Dazu überwacht der Scanner seinen eigenen Zustand. Ein eingebauter Temperatursensor bewertet fortlaufend die Innentemperatur der Elektronik. Zusammen mit einer Statusanzeige meldet die Selbstdiagnose der Leitstelle, wenn sich die Elektronik ihren Temperaturgrenzen nähert. So bleibt die Anlage auch in Hitzeperioden zuverlässig, ohne dass jemand vor Ort nachsehen muss.
Vom Silo direkt in die Unternehmenssysteme
Zur Schüttgutverarbeitung gehört neben dem Blick ins Silo der reibungslose Datenfluss im Unternehmen. Die fortlaufende 3D-Vermessung liefert der Leitstelle ein anschauliches Bild von Getreide oder Kohle im Silo. Ungleichmäßige Schüttkegel fallen früh auf, sodass sich Wanddrücke ausgleichen und Materialbrücken vermeiden lassen.
Die Messdaten gehen über gängige Industrieprotokolle wie OPC UA, Modbus TCP und MQTT direkt ins Anlagennetz. Aktuelle Volumenwerte laufen an SPS, Prozessleitsystem, MES und ERP und fügen sich so in eine durchgehende Automatisierung ein. Das erleichtert die Bestandsmeldung, verbessert die Einkaufsplanung und hilft beim Nachweis gegenüber Prüfern. Rettar legt die Radar-Vermessung dabei auf Silogeometrie und Schüttgut der jeweiligen Anlage aus.