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27.07.2026  |  86 x
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Warum jeder Sandplatz im Siebbelag entsteht - die verborgene Verfahren

Warum der rote Belag von Roland Garros kein Sand ist: Wie präzise Siebung mit RHEWUM-Technik über die Qualität jedes Tennisplatzes entscheidet.
Der rote Belag von Roland Garros besteht nicht aus Sand, sondern aus fein gemahlenem Ziegel. Und über seine Qualität entscheidet nicht der Platzwart, sondern die Präzision der Siebung.
Als sich Alexander Zverev am 7. Juni 2026 rücklings in das rote Mehl von Roland Garros fallen ließ, die Hände vor dem Gesicht, war ein lang ersehntes Kapitel geschrieben: sein erster Grand-Slam-Titel, errungen im Fünfsatzkrimi gegen Flavio Cobolli - und der erste deutsche Herrentriumph in Paris seit Boris Becker 1996. Einen Tag zuvor hatte bei den Damen die gerade einmal 19-jährige Mirra Andreeva gejubelt. Neben der sportlichen Dramatik bleibt aber auch ein sehr sinnliches Bild hängen: der kontrollierte Rutsch in die Vorhand, die aufwirbelnde rote Staubwolke, der typische Geruch nach feuchter Asche. Wer je auf „Sand” gespielt hat, kennt ihn genau. Nur ist es eben kein Sand. Und der Charakter dieses Belags wird lange vor dem ersten Aufschlag festgelegt - in einer industriellen Fertigung aus Brechern, Förderbändern und hochpräzisen Siebmaschinen.

Kein Strandkorn, sondern gebrannter Ton

Was unter den Tennisschuhen knirscht, ist zermahlener Ziegel. Tennismehl - auch Ziegelmehl oder Tennissand genannt - entsteht aus sortenreinem Bruch gebrannter Tonziegel: Dachpfannen, Klinker, Mauerziegel, häufig Fehlchargen direkt aus der Ziegelindustrie. Bindemittel wie Kalk oder Zement bleiben bewusst außen vor. Die rote Decke hält allein durch die richtige Kornzusammensetzung. Gutes Tennismehl kombiniert dabei unterschiedliche Brennhärten: harter Dachziegelbruch sorgt für Verschleißfestigkeit, ein Anteil weicheren Mauerziegels für Bindung und das charakteristische leuchtende Rot. Allein deutsche Vereine verspielen rund 100.000 Tonnen davon pro Jahr.

Vom groben Brocken zum definierten Korn

Der Weg dorthin beginnt alles andere als filigran. Per Radlader gelangt der Bruch in den Aufgabetrichter und weiter in den Brecher, der das Material zerkleinert. Doch Brechen allein macht noch keinen bespielbaren Platz - heraus kommt zunächst ein wildes Gemisch sämtlicher Korngrößen. Erst die Klassierung, also das Trennen nach Korngröße, formt aus diesem Haufwerk ein definiertes Produkt. Genau an dieser Stelle fällt die Entscheidung, ob ein Platz später bespielbar ist oder nicht.

Die Körnung entscheidet über alles

Hergestellt wird Tennismehl nach DIN 18035-5 mit Gütesicherung nach RAL-GZ 515/1; übliche Endkörnungen liegen bei 0/2 und 0/3 mm. Die Norm fordert dabei nicht nur eine einzelne Körnung, sondern eine komplette Korngrößenverteilung mit engen Toleranzen. Vereinfacht gesagt: Der Feinstanteil unter 0,06 mm bleibt begrenzt, der mittlere Feinkornbereich von 0,06 bis 0,70 mm dominiert mit rund 40 Prozent, und das gröbere Korn bleibt in der Minderheit. Von dieser Verteilung hängen unmittelbar Wasserdurchlässigkeit, Frostbeständigkeit, Verschleißfestigkeit und Scherfestigkeit ab. Zu viel Feinstkorn, und der Platz wird dicht und instabil. Zu viel Grobkorn, und Optik wie Scherfestigkeit leiden. Der saubere Rutsch, das gleichmäßige Absprungverhalten und die Pfütze, die nach dem Regen in Minuten versickert - all das ist das Ergebnis einer scharfen Trennung, gesteuert über Siebbeläge mit Maschenweiten von wenigen Zehntelmillimetern.

Die Königsdisziplin: Feinsiebung

Ziegelmehl ist verfahrenstechnisch ein anspruchsvolles Aufgabegut. Es ist naturfeucht und hygroskopisch, also im Grunde klebrig. Feuchtigkeit verbindet sich mit Staub und Feinanteil zu Agglomeraten, die am Siebgewebe haften und es zusetzen, sofern die Maschine kein wirksames Selbstreinigungssystem besitzt. Steckkorn verschließt dann die feinen Maschen, der Trennschnitt verschiebt sich, und das Produkt fällt aus der Norm. Als Faustregel gilt: Je feuchter Rohstoff und Klima, desto schneller setzen sich die Siebmaschinen zu - und am schnellsten trifft es die feinsten Siebdecks. Im groben Bereich reichen robuste, einfache Vibrationssiebe: Zwei außenliegende Unwuchtmotoren versetzen die gesamte Maschine in eine lineare Schwingung und übernehmen die grobe Trennung. Doch je feiner der Trennschnitt werden soll, desto weniger genügt es, einfach das Gehäuse zu schütteln. Die entscheidende Beschleunigung muss genau dorthin, wo tatsächlich getrennt wird - direkt ins Siebgewebe. Genau das leistet die direkte Siebgewebeerregung. Außenliegende Magnetschwingköpfe übertragen eine hochfrequente Schwingung unmittelbar auf den Siebbelag, während das Gehäuse statisch bleibt. Am Gewebe entstehen Beschleunigungen von bis zu 50 g, und regelmäßige automatische Abreinigungsimpulse befreien es von Steckkorn. So hält sich der Belag im laufenden Betrieb selbst frei - der Trennschnitt bleibt über Wochen exakt. In der RHEWUM-Baureihe RHEsono ist dieses Prinzip konsequent umgesetzt; sie trennt präzise genau dort, wo über die Qualität des Tennismehls entschieden wird. Wo der Platz knapp ist, verbindet die RHEsonox beide Welten - Linearschwingung und Gewebeerregung - auf geringer Bauhöhe und trennt von etwa 50 µm bis 6 mm. Weil nur das Gewebe schwingt, bleiben bewegte Masse, Energieverbrauch und dynamische Lasten niedrig. Zudem lässt sich das statische Gehäuse staubdicht ausführen und an eine Entstaubung anschließen - bei lungengängigem Ziegelstaub eine unmittelbare Frage des Arbeitsschutzes.

The Science of Screening

Und hier liegt der eigentliche Kern. Vor dem Sieb ist das Material kaum mehr als zerbrochener Ziegel, häufig eine wertlose Fehlcharge. Nach dem Sieb ist es ein genormter, hochwertiger Baustoff, der auf tausenden Plätzen über die Spieleigenschaften bestimmt. Diese Verwandlung leistet die Trennung - die Siebung ist der wertschöpfende Prozessschritt. RHEWUM kennt kaum jemand. Doch was unsere Maschinen sieben, steckt überall: im Putz an der Wand, im Dünger auf dem Feld, im Zucker auf dem Esstisch - und eben auch im roten Mehl unter den Füßen der Tennisprofis. Wir stehen nicht im Rampenlicht. Aber wir sind erfolgreich, weil wir unsere Kunden erfolgreich machen. Der perfekte Sandplatz beginnt nicht auf der Tennisanlage. Er beginnt im Siebbelag.

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