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Insight
11.03.2026  |  43x
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Gurtfördertechnik: Effizienz, Emissionen und Betriebssicherheit

Trends der Gurtfördertechnik: geschlossene Förderer, Steilfördertechnik statt Dumper, Open-Source-Auslegung, Thermo-Monitoring gegen Brände, effizientere Tragrolle
Gurtfördertechnik im Wandel: Effizienz, Emissionen und Betriebssicherheit

Wenn sich die Branche am 19. und 20. Mai 2026 in Essen zur 22. HDT-Fachtagung „Gurtförderer und ihre Elemente“ trifft, steht die Weiterentwicklung von Förderanlagen im Spannungsfeld aus Effizienz, Emissionsminderung und Betriebssicherheit im Mittelpunkt. Die Abstracts der Vorträge zeigen deutlich, dass moderne Gurtfördertechnik längst nicht mehr nur über höhere Bandgeschwindigkeiten oder größere Antriebsleistungen definiert wird, sondern über ganzheitliche Konzepte: geschlossene Systeme zur Reduktion von Staub und Lärm, steilförderfähige Lösungen als Alternative zum fahrzeugbasierten Transport, digitale und nachvollziehbare Auslegungstools sowie neue Ansätze für Zustandsüberwachung und Reibungsminimierung.

Geschlossene Förderung für sensible Einsatzbedingungen

Ein zentraler technischer Strang ist die vollständig geschlossene Förderung in sensiblen Einsatzumgebungen. Vorgestellt wird ein Sicon-Taschengurtfördersystem, das Material in einer geschlossenen „Tasche“ führt und dadurch Emissionen, Materialverluste und Reinigungsaufwand reduziert. Durch die geschlossene Bauweise lassen sich Staub- und Lärmeinträge in die Umgebung deutlich verringern – ein Argument, das gerade bei engen Platzverhältnissen, in Hafennähe, im Recyclingumfeld oder an genehmigungskritischen Standorten Gewicht hat. Praxisbeispiele aus realisierten Projekten sollen zeigen, wie sich solche Systeme in komplexe Anlagenlayouts integrieren lassen und welche betrieblichen Vorteile sich aus dem konsequenten Kapselungsprinzip ergeben.

Steilfördertechnik im Steinbruch

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Steilfördertechnik im Steinbruch, wo Transportkosten oft über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Während Muldenkipper maximale Flexibilität bieten, schlagen Energieverbrauch, Wartung und Personaleinsatz langfristig deutlich zu Buche. Klassische Gurtförderer sind zwar effizient, stoßen jedoch bei steilen Geländen an geometrische Grenzen. Hier setzt die weiterentwickelte VHV-Steilfördertechnik an: Sie zielt darauf ab, steile Trassen zu erschließen und damit den Gurtförderer als nachhaltige, leistungsfähige Alternative zum Dumper-Transport in Position zu bringen. Technisch interessant ist dabei vor allem die Frage, wie sich steile Förderwinkel, Materialstabilität und Anlagenverfügbarkeit in einem robusten Gesamtsystem zusammenführen lassen – und welche Total-Cost-of-Ownership-Vorteile sich daraus im realen Betrieb ergeben.

Digitale Auslegung

Auch die Auslegung selbst wird als Hebel für Qualität und Transparenz adressiert. Mit „Eytelwein“ wird eine offene Software-Bibliothek zur Auslegung von Gurtförderern vorgestellt, die Technologien wie Python nutzt und Berechnungsvorschriften systematisch integriert. Der Open-Source-Ansatz verspricht nachvollziehbare, reproduzierbare Ergebnisse – ein Pluspunkt, wenn Varianten bewertet, Annahmen überprüft oder Betriebserfahrungen mit der rechnerischen Auslegung abgeglichen werden sollen. Gleichzeitig eröffnet ein öffentlich zugängliches Repository die Möglichkeit, dass Industrie, Forschung und Ausbildung gemeinsam an einer belastbaren Tool-Basis arbeiten, statt parallele Insellösungen zu pflegen.

Tragrollenüberwachung als Brandschutz-Baustein

Ein weiterer technisch hochrelevanter Themenkomplex betrifft die sichere Förderung von Biomasse. Biomasse wird als CO₂-neutraler Energieträger zunehmend eingesetzt, bringt aber durch heterogene Materialeigenschaften und wechselnde Feuchtegrade anspruchsvolle Betriebszustände mit sich. In diesem Kontext rückt die Tragrolle als möglicher Ausgangspunkt einer Wärmeentwicklung in den Fokus. Verschmutzungen, Lagerschäden oder Dichtungsversagen können Reibung erhöhen und Temperaturspitzen verursachen, die im ungünstigen Fall Brandereignisse begünstigen. Diskutiert werden thermische Überwachungskonzepte – etwa über Infrarot- bzw. Sensorsysteme – die kritische Erwärmungen frühzeitig detektieren und präventive Maßnahmen ermöglichen. Für Betreiber ist das vor allem deshalb interessant, weil sich Sicherheitsrisiken so in ein planbares Instandhaltungskonzept überführen lassen: weg von reaktiven Stillständen, hin zu Zustandsindikatoren und gezielten Eingriffen.

Toroid-Tragrollen als Effizienzhebel

Schließlich zeigen die Abstracts, dass selbst an scheinbar etablierten Komponenten noch erhebliche Effizienzpotenziale stecken. Ausgehend von beobachteten Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen Fördergurt und Tragrollenoberfläche wird ein Konzept toroid-förmiger Tragrollen vorgestellt, das den Walkwiderstand bei gemuldeten oder gerollten Gurtanlagen um 20 bis 30 Prozent reduzieren kann. Neben Messmethodik und Modellansatz werden Reibungsreduktion und ein Praxisnachweis an einem Rollgurtförderer thematisiert – ergänzt um ökologische und wirtschaftliche Bewertung. Für den Anlagenbetrieb ist dieser Ansatz besonders dann spannend, wenn hohe Laufzeiten, lange Förderstrecken oder energieintensive Betriebsprofile vorliegen, bei denen Widerstandsreduktionen unmittelbar in Leistungsaufnahme, Temperaturhaushalt und Bauteilbelastung einzahlen.

Fazit: „Geschlossener, steiler, digitaler und sicherer“
In Summe entsteht das Bild einer Fördertechnik, die sich konsequent in Richtung „geschlossener, steiler, digitaler und sicherer“ entwickelt. Die Tagung bündelt damit nicht nur Komponenten-Know-how, sondern vor allem systemische Antworten auf aktuelle Betreiberanforderungen: geringere Emissionen, bessere Genehmigungsfähigkeit, niedrigere Betriebskosten, nachvollziehbare Auslegung sowie präventive Überwachung zur Steigerung von Verfügbarkeit und Sicherheit.

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Zugeordnete Events

Tagung Gurtförderer und ihre Elemente
Am 19.-20. Mai 2026 findet zum 22. Mal die Fachtagung Gurtförderer und ihre Elemente statt. Das Programm greift aktuelle Themen rund um den Stetigförderer auf. Ergänzt werden die interessanten Fachvorträge von dem bekannten Rahmenprogramm mit gemeinsamen Abendessen und einer Exkursion. Es wird wieder viele Möglichkeiten für einen regen Austausch geben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei uns im HDT. Zum Thema Stetigförderer haben einen sehr hohen Stellenwert im Materialtransport, dabei von der Branche weitestgehend unabhängig, ob im untertägigen Bergbau, im Tagebau oder in Hafenanlagen. Eine sehr hohe Bedeutung kommt hier der richtigen Auswahl der einzelnen Komponenten zu, die sich zu einem komplexen System ergänzen. In der Schüttgutindustrie spielt neben den Kosten vor allem auch der Aspekt der Lebensdauer und Verfügbarkeit eine große Rolle. Zielsetzung Die Tagung Gurtförderer und ihre Elemente des HDT, bringt als jährlicher Branchentreff 2026 Ingenieure und Wissenschaftler rund um den Gurtförderer wieder in der Präsenzveranstaltung mit paralleler Produktausstellung zusammen. Die 22. Fachtagung Gurtförderer – auch in 2026 wieder mit Exkursion – spiegelt in gewohnt hoher Exzellenz den aktuellen Stand der Technik in zahlreichen grundlagennahen und praxisorientierten Vorträgen bei allen systemrelevanten Komponenten einer Gurtförderanlage wider. Sie erhalten zusätzlich einen Ausblick auf das, was schon in der Planung, bei Betrieb, Modernisierung und Instandhaltung beachtet werden sollte.
19.05.2026 | Tagung | 2 Tage | Essen | Eintritt: kostenpflichtig

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