Echtzeit-Feuchtemessung in der Kunststoffverarbeitung
Die kontinuierliche Feuchteüberwachung schützt Kunststoffe vor Materialschäden, optimiert die Trocknung und stabilisiert die Qualität beim Schüttguthandling.
Einfluss der Feuchte auf die Kunststoffverarbeitung
In der Kunststoffverarbeitung ist eine präzise Feuchteüberwachung entscheidend für Produktqualität und Prozesseffizienz. Hygroskopische Polymere wie Polyamid, PET, Polycarbonat und PLA nehmen Umgebungsfeuchte leicht auf. Bei der Erwärmung im Verarbeitungsprozess führt überschüssige Feuchtigkeit zu Hydrolyse, wodurch Polymerketten zerstört und mechanische Eigenschaften beeinträchtigt werden. Die Folgen sind Sprödigkeit, Oberflächenfehler, Hohlräume und erhöhter Ausschuss.
Schwankungen entlang der Förder- und Prozesskette
Der Feuchtegehalt verändert sich entlang der gesamten Schüttgut-Handlingkette. Abweichungen entstehen beim Materialempfang, bei der Lagerung in Silos oder Behältern, beim Trocknen sowie während der pneumatischen Förderung und im Aufgabetrichter. Besonders rezyklierte Kunststoffe weisen aufgrund schwankender Herkunft und Lagerbedingungen erhebliche Feuchteschwankungen auf.
Vorteile der kontinuierlichen NIR-Messung
Klassische Laboranalysen wie die Thermogravimetrie oder Karl-Fischer-Titration liefern präzise Werte, beschreiben jedoch nur vergangene Zustände. Berührungslose Nahinfrarot-Messsysteme erfassen den Feuchtegehalt kontinuierlich während des Materialflusses. Durch diese Echtzeitdaten lassen sich Trocknerparameter gezielt anpassen, Verweilzeiten optimieren und Qualitätsmängel im laufenden Prozess verhindern.