Drax spielt eine zentrale Rolle im nationalen Energiesystem Großbritanniens. Nach der Umstellung von Kohle auf nachhaltige Biomasse erzeugt das Kraftwerk etwa 6 % des gesamten Stroms des Landes und 11 % seines Stroms aus erneuerbaren Energien. Als Biomassebrennstoff kommen komprimierte Holzpellets zum Einsatz, die hauptsächlich aus Nordamerika bezogen werden.
Feinasche (PFA) ist ein wichtiges Nebenprodukt des Biomasseverbrennungsprozesses. Das Material wird an die britische Bauindustrie zur Verwendung in Baustoffen verkauft, sodass eine zuverlässige Handhabung sowohl die Betriebskontinuität als auch eine Kreislaufwirtschaft unterstützt, die das, was sonst Abfall wäre, einer neuen Verwendung zuführt.
Die Herausforderung
Drax hatte lange Zeit auf ein System aus acht Verladestutzen gesetzt, um PFA aus Silos in Lkw und Eisenbahnwaggons zu befördern. Im Laufe der Zeit traten bei den bestehenden Anlagen betriebliche Ineffizienzen und Zuverlässigkeitsprobleme auf, die einen modernen, präzise konstruierten Ersatz erforderlich machten.
Das Projekt stellte fünf Hauptanforderungen:
- Platzmangel: Der verfügbare Installationsraum war äußerst begrenzt, was kostspielige bauliche Änderungen an der bestehenden Anlage ausschloss.
- Komplexe Konstruktion: Die Anwendung erforderte einen Sonderauslauf mit einer Entnahmestelle, die in einem ungewöhnlichen Winkel an der Oberseite der Wanne angebracht war.
- Systemintegration: Die neue Hardware musste sich in die bestehenden, älteren Steuerungssysteme von Drax einfügen, ohne dass eine vollständige Überarbeitung der Steuerung erforderlich war.
- Einheitlichkeit der Ersatzteile: Alle acht Auslaufstutzen mussten hinsichtlich Größe und Kernkomponenten identisch bleiben, um die Wartung und die Bestandsverwaltung zu vereinfachen.
- Unterstützung bei der Installation: Drax benötigte ein qualifiziertes externes Installationsteam, um die internen Ressourcen während der Umstellung zu unterstützen.
Wie die Partnerschaft begann
Die Zusammenarbeit begann auf der Hillhead-Messe 2022, der führenden Veranstaltung Großbritanniens für die Steinbruch-, Bau- und Recyclingbranche. Beeindruckt von der technischen Qualität und der robusten Bauweise der ausgestellten Vortex-Verladeröhren nahm das Drax-Team den Dialog auf, um die standortspezifischen Herausforderungen zu besprechen.
Ein gemeinsamer Konstruktionsprozess
Vortex verfolgte einen kundenorientierten Beratungsansatz, der durch detaillierte technische Vorarbeiten unterstützt wurde. Nach einem ersten Referenzbesuch, bei dem Mitarbeiter von Drax den Betrieb von Vortex-Systemen in einer realen Industrieumgebung beobachteten, führten Ingenieure eine Reihe von Vor-Ort-Besuchen durch, um präzise Messungen zu erfassen und die Konstruktion anhand des direkten Kundenfeedbacks zu verfeinern.
Die endgültige Lösung umfasste acht Verladestutzen des Modells VES-25-5-C-A-HN-SDX-E23138D. Jede einziehbare, geschlossene Einheit verfügt über einen Verfahrweg von fünf Fuß und eine Förderleistung von bis zu 250 CFM (424,5 CMH). Zu den wichtigsten Spezifikationen gehören ein Vier-Seil-Hubantriebssystem mit einer zehnjährigen Seilgarantie, ein dreiphasiger 400-VAC-Bremsmotor mit 50 Hz und Schutzart IP55 sowie materialberührende Bereiche aus abriebfestem Stahl mit einer Härte von 235 BHN. Ein selbstdichtender Auslass und ein Auffangsitz in der Containerluke begrenzen das Entweichen von Staub, und die Steuerungssysteme wurden so angepasst, dass sie direkt mit der bestehenden Infrastruktur von Drax zusammenarbeiten. Die maßgeschneiderte Konfiguration berücksichtigte zudem den schräg angeordneten Entnahmepunkt, während gleichzeitig die begrenzte Stellfläche eingehalten und die Einheitlichkeit aller acht Einheiten gewahrt wurde. Ein Auftrag wurde im Januar 2025 abgeschlossen.
Schrittweise Installation
Um den 24/7-Betrieb der Anlage zu gewährleisten, werden die Einheiten schrittweise installiert. Bis Anfang 2026 wurden drei der acht Auslaufrohre installiert, in Betrieb genommen und sind voll funktionsfähig. Die Installation der verbleibenden fünf ist für April 2026 geplant, womit die Modernisierung abgeschlossen wird, während die Kapazität zur Handhabung von Nebenprodukten während der gesamten Umstellungsphase aufrechterhalten bleibt.
Das Projekt verdeutlicht den Wert maßgeschneiderter Ingenieursleistungen für kritische industrielle Infrastruktur. Durch die Identifizierung spezifischer betrieblicher Schwachstellen und eine enge Zusammenarbeit lieferte Vortex eine Lösung, die auf die technischen Anforderungen und die langfristige Wartungsstrategie von Drax abgestimmt ist und eine zuverlässige und verantwortungsvolle Handhabung eines wertvollen Nebenprodukts gewährleistet.