Flow Weigher DC4: Modulares Wiegesystem für Schüttgüter
Friedrich electronic erweitert sein Portfolio um den Flow Weigher DC4. Das modulare Wiegesystem erfasst kontinuierlich Materialströme von 1 bis 250 m³/h in der Schüttgutförderung.
In einer Schüttgutanlage ist vieles in Bewegung – und doch bleibt ein entscheidender Teil des Geschehens oft verborgen. Getreide fließt aus einem Silo, Granulate durchlaufen die Produktion, Pellets werden verladen. Doch wie viel Material bewegt sich tatsächlich durch die Anlage? Wie gleichmäßig läuft die Förderung? Und welche Menge ist bereits im Transportmittel angekommen?
Wer diese Fragen zuverlässig beantworten kann, gewinnt mehr als Messwerte: Er gewinnt Überblick und eine fundierte Grundlage für Entscheidungen im täglichen Betrieb. Aus einem verborgenen Materialstrom wird ein nachvollziehbarer Prozess. Genau hier setzt die kontinuierliche Schüttguterfassung an.
Die passende Wägetechnik in eine Anlage einzubinden, stellt Betreiber und Anlagenbauer allerdings häufig vor Herausforderungen. Der Platz ist knapp, die Rohrführung vorgegeben, der Anschluss rund oder eckig. Dazu kommen die unterschiedlichen Eigenschaften der Produkte: Gut fließendes Getreide verlangt eine andere Produktführung als Schrote, Flocken oder Recyclingmaterial.
Mit dem Flow Weigher DC4 hat Friedrich electronic ein Wiegesystem entwickelt, das sich diesen Aufgaben flexibel stellt. Es verbindet kontinuierliche Messung mit einem modularen Aufbau und vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten. Dahinter steht ein praxisnaher Gedanke: Die Wägetechnik soll sich in die Anwendung einfügen und dort Informationen liefern, wo sie gebraucht werden. Mit der DC4-Serie wird Friedrich electronic künftig die bestehende DC3-Serie ergänzen und das Produktangebot gezielt erweitern. Anwendern stehen damit zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung, eine passende Lösung für ihre Schüttgutanwendung zu finden.
Ein kontinuierlicher Blick auf den Materialstrom
Das Herzstück des Flow Weigher DC4 ist eine gebogene Messplatte, die im Inneren der Wiegeeinheit an einer Wägezelle aufgehängt ist. Das darüber geführte Schüttgut belastet die Messplatte. Die dabei auf die Wägezelle übertragenen Kräfte bilden die Grundlage für die Erfassung des Produktstroms.
Die Messung erfolgt kontinuierlich. Das System arbeitet passiv, also ohne aktiv bewegte Teile. Ein Gehäuseaufbau mit geringen Toleranzen und eine optimierte Produktführung unterstützen die Wägeaufgabe.
Für den Anwender bedeutet das: Der Materialfluss bekommt ein sichtbares Bild. Die aktuelle Förderleistung zeigt, was gerade in der Anlage geschieht. Die erfasste Gesamtmenge macht nachvollziehbar, wie viel Produkt die Messstelle bereits durchlaufen hat. Damit stehen Informationen zur Verfügung, die im Betriebsalltag helfen, Abläufe zu beurteilen und Veränderungen zu erkennen.
Vielfalt, die zur Praxis passt
So unterschiedlich Schüttgüter sind, so vielfältig sind auch die Einsatzmöglichkeiten des Flow Weigher DC4. Gut fließfähige Medien wie Getreide und Saatgut, Hülsenfrüchte, Kaffeebohnen, Granulate und Pellets gehören zu seinem Anwendungsspektrum.
Auch für Produkte, die höhere Anforderungen an die Produktführung stellen, stehen angepasste Varianten zur Verfügung. Dazu zählen Schrote, Flocken, Kleie und Mehle ebenso wie verschiedene Recyclingprodukte. Feinkörnige Sande, Abfälle und Abriebprodukte ergänzen das Spektrum möglicher Einsatzmedien.
Diese Vielfalt setzt eine sorgfältige Abstimmung voraus. Die geeignete Ausführung richtet sich nach den Eigenschaften des Materials und den Bedingungen im Prozess. So lässt sich die Lösung gezielt auf die Aufgabe auslegen.
Auch bei den Werkstoffen stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Standardmäßig wird das Gehäuse in Edelstahl ausgeführt. Für besondere Anforderungen können Gehäuseteile beispielsweise aus V4A-Edelstahl oder extra gehärtetem Stahl gefertigt werden. Anforderungen an Korrosions- oder Verschleißbeständigkeit lassen sich dadurch bereits bei der Auslegung berücksichtigen.
Viel Spielraum – auch bei wenig Platz
Gerade in bestehenden Anlagen entscheidet oft die Einbausituation darüber, ob eine Messstelle realisiert werden kann. Wo wenig Raum zur Verfügung steht oder die Rohrführung kaum verändert werden kann, ist konstruktive Flexibilität gefragt.
Der Flow Weigher DC4 baut auf Grundkörpern in derzeit vier Größen auf. Für diese stehen jeweils drei Einlaufvarianten zur Verfügung. Unterschiedliche Rohranschlüsse für runde und eckige Querschnitte sowie Übergangsstücke am Auslauf ergänzen das Konzept.
Aus diesen Komponenten lässt sich eine Ausführung zusammenstellen, die zu den räumlichen Gegebenheiten und zur benötigten Produktführung passt. Das eröffnet Möglichkeiten für neue Anlagen ebenso wie für die nachträgliche Integration in vorhandene Prozesse.
Die Baugrößen reichen von kompakten Gehäusen für beengte Platzverhältnisse bis zu großen Ausführungen für hohe Durchsatzleistungen. Insgesamt deckt das System Durchsatzbereiche von etwa 1 bis 250 m³/h ab. Für besondere Aufgaben sind zudem Sonderanfertigungen möglich.
Wägeergebnisse, die im Alltag weiterhelfen
Die erreichbare Wägegenauigkeit hängt von der jeweiligen Anwendung ab und liegt typischerweise bei etwa 1 bis 2 Prozent. Bei sehr gleichförmiger Förderung und konstanten Prozessbedingungen können Genauigkeiten von bis zu etwa 0,5 Prozent erreicht werden.
Die Praxiserfahrung zeigt, dass äußere Einflüsse das Messergebnis mitbestimmen. Eine ungünstige Produktzuführung kann beispielsweise Messabweichungen verursachen. Die Auslegung der Messstelle sollte deshalb auch die Bedingungen vor und innerhalb der Wiegeeinheit berücksichtigen. Mithilfe des entwickelten Systemaufbaus kann die Wiegeeinheit flexibel auf diese Bedingungen angepasst und in Bezug auf die Genauigkeit optimiert werden. Für die Auswahl und Integration bedeutet dies: Neben Durchsatz und Anschlussmaßen ist eine zur Anwendung passende Produktführung entscheidend.
Informationen dort, wo sie gebraucht werden
Damit Prozesswerte im Alltag ihren Nutzen entfalten, müssen sie leicht zugänglich und verständlich dargestellt sein. Die Auswertung des Flow Weigher DC4 erfolgt deshalb über ein einfach zu bedienendes Touch-Panel. Es zeigt die aktuelle Förderleistung an und bietet rücksetzbaren Summenspeicher sowie eine Vorwahlfunktion. Anpassbare grafische Aufzeichnungen und Grenzwertalarme sind ebenfalls möglich.
So wird der Materialstrom auf einen Blick nachvollziehbar. Bediener können die Förderleistung verfolgen, erfasste Mengen ablesen und Veränderungen im Prozess erkennen.
Die Signalübertragung zwischen Wiegeeinheit und Auswerteeinheit erfolgt digital. Dadurch kann das Touch-Panel auch in größerer Entfernung von der Messstelle angebracht werden – an einem Ort, der gut erreichbar ist und zu den betrieblichen Abläufen passt.
Über einen Webserver lässt sich die Bedienoberfläche außerdem auf einem PC darstellen. Eine optionale Feldbusanbindung ermöglicht den Abruf der Messdaten und ihre Integration in bestehende SPS-Systeme. Damit können die gewonnenen Informationen auch in der übergeordneten Steuerung genutzt werden.
Vom Silo bis zum Transportmittel den Überblick behalten
Besonders anschaulich wird der Nutzen bei der Verladung. Während das Produkt vom Silo in das Transportmittel fließt, liefert der Flow Weigher DC4 Informationen über die aktuelle Förderleistung und die bereits erfasste Gesamtmenge. Ein Vorgang, der sonst über weite Strecken im Verborgenen abläuft, wird sichtbar und nachvollziehbar.
Auch innerhalb der Produktion schafft diese Transparenz einen praktischen Mehrwert. Wer seine Materialströme kennt, kann Abläufe besser verstehen und Entscheidungen auf konkrete Messwerte stützen.
Der Flow Weigher DC4 verbindet dafür ein passives Messsystem mit einer anpassungsfähigen Bauweise und einer übersichtlichen digitalen Auswertung. Ob kompakte Einbausituation, hoher Durchsatz oder anspruchsvolles Schüttgut: Die verschiedenen Ausführungen bieten Spielraum für eine passende Lösung. Für Anwender entsteht daraus vor allem eines – ein klarerer Blick auf das, was ihre Anlage täglich bewegt.