Handhabung von Schüttgütern: Warum ist das so wichtig?Die Prozesstechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Doch Fließprobleme bestehen weiterhin. Dieser Artikel erörtert einige der häufigsten Ursachen. Von R.J. Farnish
Die Förderung und Lagerung von Schüttgütern innerhalb von Prozessen ist seit der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert eine grundlegende Aufgabe für viele Anlagen.
Die Prozesstechnologien haben sich in der Zwischenzeit bis heute in ihrer Komplexität und Effizienz enorm weiterentwickelt. Wäre es möglich, einen Ingenieur aus den Anfängen der Industrialisierung in die heutige Zeit zu versetzen, würde er angesichts der enormen Vielfalt an Prozessanlagen, die auf spezifische Anforderungen und Endprodukte zugeschnitten sind, seinen Augen kaum trauen. Was er jedoch mit Sicherheit wiedererkennen würde, sind schlecht funktionierende Silos, Bunker und Trichter, die nicht selten unsanft von den Anlagenbedienern bearbeitet werden. Dieser Artikel behandelt einige der häufigsten Ursachen für Verarbeitungs- und Fließprobleme, die über die Jahrzehnte hinweg bestehen geblieben sind. GrundlagenDie Austragsprobleme bei der Handhabung von Schüttgütern mit weniger günstigen Fließeigenschaften können von unregelmäßigem Austrag bis hin zu vollständigen Fließunterbrechungen reichen (die entweder intermittierend auftreten oder stabil anhalten, bis eingegriffen wird).FließstockungenAustragsunterbrechungen treten häufig in Trichtern und Silos auf und können folgende Formen annehmen:
Die zwei Hauptarten des Austragsverhaltens, die sich in Silos und Trichtern entwickeln können, sind in den folgenden Abbildungen 1 und 2 dargestellt. Diese veranschaulichen die Fließprofile am Beispiel konischer Silos; die Prinzipien gelten jedoch gleichermaßen für rechteckige oder pyramidenförmige Behälterformen. KernflussAbb. 1 zeigt ein Austragsverhalten, das allgemein als Kernfluss (oder manchmal auch als Trichterfluss) bezeichnet wird, bei dem das Schüttgut bevorzugt über einen vertikalen Kanal oberhalb des Auslaufs austritt. Die Schüttgutpartikel rutschen von der freien Oberseite in den Fließkanal nach, während das Produkt an den Wänden statisch bleibt, bis der Füllstand so weit sinkt, dass auch die Randablagerungen in den aktiven Fließkanal abrutschen können. Wenn dieses Austragsverhalten vorliegt, kann sich dies auf verschiedene Weise auf den Prozess auswirken:
MassenflussAbb. 2 veranschaulicht ein Austragsverhalten, das als Massenfluss bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu wird diese Art des Austrags dadurch erreicht, dass der Behälter bzw. die Ausrüstung genau auf die gemessenen Fließeigenschaften des ungünstigsten zu handhabenden Schüttguts ausgelegt wird. Liegt dieses Austragsverhalten vor, ergeben sich folgende Vorteile:
Zusammenfassend bleibt zu hoffen, dass diese kurze Beschreibung einiger häufiger Probleme und ihrer Ursachen dem Leser ermöglicht, zumindest einige wahrscheinliche Ursachen für Produktschwankungen in der Anlage zu diagnostizieren. Die Kernbotschaft lautet: Es gibt mehr als vier Jahrzehnte wissenschaftlicher Arbeit zum Verständnis und zur Vorhersage des Verhaltens von Pulvern und granularen Feststoffen in Prozessanlagen, auf die zurückgegriffen werden kann, um zuverlässige Anlagenauslegungen zu gewährleisten.
Grosse Cementbunker
Abb.1 Kernfluss
Abb.2 Massenfluss
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